Ratgeber Baufinanzierung

Was kostet ein Baufinanzierungsberater?

Bankprovision, Kundenhonorar und mögliche Zusatzkosten: Welche Vergütung anfällt, steht im konkreten Vertrag. So prüfen Sie Leistungen und Kreditangebote.

Ein Baufinanzierungsberater kann über eine Provision der Bank oder ein Honorar des Kunden vergütet werden. Kein direktes Honorar bedeutet nicht automatisch eine wirtschaftlich kostenlose Vermittlung. Entscheidend sind der Vertrag, die offengelegte Vergütung und die Kreditkonditionen. Fragen Sie vor dem ersten kostenpflichtigen Schritt nach einer schriftlichen Kostenaufstellung.

Das Vermittlungsmodell im Detail

Bei einer bankvergüteten Vermittlung bezahlt der Kreditgeber den Vermittler. Wenn kein zusätzliches Kundenhonorar vereinbart ist, zahlen Sie dem Vermittler nichts direkt. Die Bank kann ihren Vertriebsaufwand jedoch in ihre Konditionen einkalkulieren. Deshalb lässt sich aus der Vergütungsart allein nicht ablesen, ob ein Kredit günstig ist.

Der Vermittler muss bei Immobiliar-Verbraucherdarlehen erklären, ob er an bestimmte Kreditgeber gebunden ist und welche Provisionen oder anderen Anreize er von Dritten erhält. Ist der Betrag noch nicht bekannt, muss er auf die spätere Angabe im ESIS-Merkblatt hinweisen. Das regelt Artikel 247 §13b EGBGB (geprüft am 11.09.2026).

Wie hoch ist die Vermittlungsprovision?

Eine belastbar belegte allgemeine Provisionsspanne können wir nicht nennen. Eine einzelne Anbieterpreisliste wäre kein Nachweis für den gesamten Markt. Lassen Sie sich den konkreten Betrag oder die Berechnungsmethode für Ihr Darlehen geben. Fragen Sie auch, ob verschiedene Banken unterschiedlich vergüten und welche Anbieter im Vergleich fehlen.

Die Honorarberatung als Alternative

Ein Honorar-Immobiliardarlehensberater wird auf Grundlage der Honorarvereinbarung bezahlt. Nach §34i Absatz 5 GewO muss er eine hinreichende Zahl von auf dem Markt angebotenen Verträgen berücksichtigen, darf keine Zuwendungen vom Darlehensgeber annehmen und nicht von ihm abhängig sein (geprüft am 11.09.2026). Das ist von einer lediglich bankübergreifenden Vermittlung zu unterscheiden.

Es gibt keinen gesetzlichen Pauschalpreis für diese Beratung. Vereinbaren Sie Umfang, Stunden- oder Pauschalhonorar, mögliche Auslagen und Fälligkeit vor Beginn. Lassen Sie festhalten, was bei Abbruch der Beratung oder bei einer abgelehnten Finanzierung geschieht. Ein höheres Honorar belegt keine bessere Beratung und garantiert keinen günstigeren Kredit.

Die Tabelle lässt sich seitlich verschieben.

Vergütungsmodelle: vor der Beauftragung prüfen
MerkmalBankvergütete VermittlungHonorarberatung
Wer bezahlt?Bankprovision; gesonderte Kundenvereinbarung prüfenKunde nach Honorarvereinbarung
PreisKonkrete Provision offenlegen lassenHonorar und Leistungsumfang schriftlich vereinbaren
MarktauswahlKooperationen und Einschränkungen erfragenHinreichende Zahl von Marktverträgen erforderlich
Wirtschaftlicher VergleichKonditionen und Zusatzkosten prüfenKonditionen zuzüglich Honorar prüfen

Finanzberater, Finanzierungsmakler, Hypothekenberatung – wer kostet was?

Diese Begriffe beschreiben nicht zuverlässig das Vergütungsmodell. Ein Finanzberater kann beispielsweise zusätzlich eine Vermögensplanung anbieten. Ein Finanzierungsmakler vermittelt Darlehen; ein Immobilienmakler vermittelt dagegen den Kauf oder Verkauf der Immobilie. Hypothekenberatung wird als Bezeichnung für Beratung zur Immobilienfinanzierung verwendet. Fragen Sie deshalb immer nach der konkreten Tätigkeit, dem Vertragspartner und der Vergütung.

Besonders bei kombinierten Angeboten sollten Sie die Bestandteile trennen: Darlehensvermittlung, Finanzplanung, Bausparvertrag und Versicherung können unterschiedliche Kosten und Kündigungsregeln haben. Lassen Sie sich begründen, warum ein Zusatzprodukt für Ihr Vorhaben benötigt wird. Eine monatlich niedrige Kreditrate kann über Abschlusskosten oder eine hohe spätere Restschuld teuer werden.

Was gehört in den Effektivzins?

Nach §16 PAngV sind grundsätzlich die dem Kreditgeber bekannten, vom Verbraucher zu tragenden Kreditkosten einzubeziehen, darunter entsprechende Vermittlungskosten. Es gibt Ausnahmen: Notarkosten und Gebühren für die Eintragung des Eigentumsübergangs gehören beispielsweise nicht dazu (geprüft am 11.09.2026). Ein Effektivzins bildet deshalb nicht sämtliche Kosten des Immobilienkaufs ab.

Welche Kosten zahlen Sie zusätzlich?

Beratervergütung, Kreditkosten und Kaufnebenkosten sind verschiedene Positionen. Beim Immobilienerwerb können insbesondere Grunderwerbsteuer, Notar- und Grundbuchkosten sowie eine Immobilienmaklerprovision anfallen. Nicht jede Position fällt in jedem Fall an. Nutzen Sie die Übersicht der Grunderwerbsteuer und den Kaufnebenkosten-Rechner für eine getrennte Planung.

Bei einem Neubau kommen möglicherweise Bereitstellungszinsen auf noch nicht abgerufene Kreditbeträge hinzu. Auch Gutachten, Fördermittelplanung oder gesondert beauftragte Dienstleistungen können Kosten verursachen. Prüfen Sie jeweils, wer die Leistung beauftragt, ob sie notwendig ist und wie sie abgerechnet wird. Eine Bankgebühr ist nicht allein deshalb zulässig, weil sie in einer Kostenübersicht steht.

Wann wird eine Vermittlungsvergütung fällig?

Für die vom Verbraucher geschuldete Darlehensvermittlungsvergütung nennt §655c BGB Voraussetzungen: Unter anderem muss das Darlehen infolge der Vermittlung geleistet und ein Widerruf nicht mehr möglich sein (geprüft am 11.09.2026). Eine gesonderte Honorarberatung ist davon zu unterscheiden. Lassen Sie ungewöhnliche Vorabzahlungen oder unklare Nebenleistungen vor einer Unterschrift unabhängig prüfen.

Checkliste: diese Fragen vorab stellen

  1. Wer ist mein Vertragspartner und welche Leistung beauftrage ich?
  2. Zahle ich ein Honorar oder Auslagen – auch ohne Kreditabschluss?
  3. Welche Provision erhält der Vermittler von der Bank oder von Dritten?
  4. Welche Kreditgeber werden berücksichtigt und welche nicht?
  5. Wann erhalte ich Kostenaufstellung und ESIS-Merkblatt?
  6. Welche Kosten entstehen bei Abbruch, Kündigung oder Änderungen?
  7. Welche Zusatzprodukte werden vorgeschlagen und warum?

Wann ist welches Modell wirtschaftlich?

Eine feste Grenze nach Darlehenshöhe wäre irreführend. Stellen Sie den tatsächlichen Aufwand für Beratung und Finanzierung gegenüber: Wie umfangreich ist die Analyse, welche Angebote liegen vor, welche Kosten sind bereits enthalten und welche kommen zusätzlich hinzu? Vermeiden Sie Doppelzählungen. Ein separat bezahltes Honorar muss durch einen Nutzen gerechtfertigt sein, der sich nicht allein im Zinssatz ausdrücken muss.

Ob Sie direkt bei einer Bank oder über eine Vermittlung anfragen, bleibt Ihre Entscheidung. Das Portal bietet redaktionelle Orientierung und einen optionalen Weg zur externen Anfrage. Wie diese Weiterleitung finanziert wird, erläutern wir unter Transparenz. Eine Anfrage ersetzt keinen Angebotsvergleich und keine Prüfung der Vertragsbedingungen.

Unverbindliche Auskunft. Keine Finanzierungszusage. Beispielrechnungen sind kein verbindliches Angebot — Konditionen abhängig von Bonität, Objekt und Kreditgeber.

Häufige Fragen

Ist ein Baufinanzierungsberater wirklich kostenlos?

Wenn ausschließlich die Bank eine Provision zahlt und kein Kundenhonorar vereinbart ist, entsteht kein direktes Beratungshonorar. Daraus folgt aber nicht, dass die Vermittlung wirtschaftlich ohne Kosten ist. Prüfen Sie Vermittlungsvertrag, Provision und Kreditkonditionen vor der Beauftragung.

Wie hoch ist die Provision für einen Baufinanzierungsberater?

Es gibt keinen gesetzlichen Einheitssatz. Die konkrete Vergütung oder ihre Berechnungsmethode muss offengelegt werden. Eine belastbar belegte allgemeine Marktspanne liegt uns nicht vor; deshalb nennen wir keine angeblich üblichen Prozentsätze.

Verteuert die Provision mein Darlehen?

Die Bank kann Vertriebsaufwand in ihre Konditionen einkalkulieren. Ob ein vermitteltes Angebot günstiger als ein Direktangebot ist, lässt sich nur an vergleichbaren Angeboten prüfen. Ein Vermittler garantiert weder niedrigere Zinsen noch vollständige Marktabdeckung.

Was ist eine Honorar-Baufinanzierungsberatung?

Nach §34i Absatz 5 GewO muss ein Honorar-Immobiliardarlehensberater eine hinreichende Zahl von Marktverträgen berücksichtigen. Er darf keine Zuwendungen vom Darlehensgeber annehmen und nicht von ihm abhängig sein. Das Kundenhonorar wird vertraglich vereinbart.

Was kostet das Erstgespräch?

Das hängt vom Anbieter ab. Klären Sie vor dem Termin schriftlich, ob bereits das Erstgespräch, die Analyse oder weitere Leistungen kostenpflichtig sind. Ein kostenloses Kennenlernen sagt nichts über die spätere Vergütung aus.

Gibt es versteckte Kosten?

Fordern Sie eine vollständige Aufstellung an: Kundenhonorar, Provision von Dritten, Auslagen und zusätzliche Leistungen. Kreditkosten und Kaufnebenkosten sind davon zu trennen. Auch bei seriösen Anbietern sollten Sie Umfang und Zahlungsbedingungen selbst prüfen.

Was kostet ein Finanzberater beim Immobilienkauf?

Die Bezeichnung allein bestimmt keine Gebühr. Für die Darlehensvermittlung kann der Kreditgeber eine Provision zahlen; eine gesonderte Finanzplanung oder Honorarberatung kann der Kunde bezahlen. Entscheidend sind die vereinbarten Leistungen und Kosten.

Was sind die Kosten für eine Hypothekenberatung?

Hypothekenberatung bezeichnet hier die Beratung zur Immobilienfinanzierung. Vergütung und Leistungsumfang müssen Sie konkret vereinbaren. Ein pauschaler Preis lässt sich aus dieser Bezeichnung nicht ableiten.

Welche Kosten verlangt ein Finanzierungsmakler?

Klären Sie, ob der Makler vom Kreditgeber, von Ihnen oder über vereinbarte weitere Leistungen vergütet wird. Bei Immobiliar-Verbraucherdarlehen gelten besondere Informationspflichten. Der Immobilienmakler beim Kauf ist ein anderer Dienstleister.

Wann lohnt sich Honorarberatung gegenüber Vermittlung?

Vergleichen Sie Honorar, Leistungsumfang und die tatsächlich erhältlichen Kreditangebote. Es gibt keine allgemeingültige Darlehensgrenze, ab der ein Modell wirtschaftlicher wird. Ein Honorar garantiert keine Ersparnis; Provision schließt gute Beratung nicht aus.