Berater verstehen

Honorarberatung vs. Provisionsberatung

Wer bezahlt die Beratung — und wie unabhängig ist sie dann? Die beiden Vergütungsmodelle der Baufinanzierungsberatung neutral gegenübergestellt.

Baufinanzierungsberater werden auf zwei Wegen vergütet: über eine Provision des finanzierenden Kreditgebers (Provisionsberatung) oder über ein direktes Honorar des Kunden (Honorarberatung). Beide Modelle sind nach §34i GewO zulässig — sie unterscheiden sich aber darin, wer zahlt und wie die Anreize gesetzt sind.

Honorar- vs. Provisionsberatung im Überblick
MerkmalProvisionsberatungHonorarberatung
Wer zahlt?Der finanzierende KreditgeberSie direkt (Honorar)
Kosten für SieKeine direkten KostenHonorar, oft mehrere Tausend Euro
Vergütung des BeratersProvision (0,7–2,5 % der Darlehenssumme)Honorar, keine Provision
Verbreitung in DeutschlandStandardmodellSelten (§34i Abs. 5 GewO)
ProduktneutralitätHoch bei breitem KreditgeberzugangPer Gesetz besonders breit
Transparenz wichtig?Ja — Provision und Kreditgeberauswahl offenlegenHonorar vorab vereinbaren

Provisionsberatung: kostenfrei, aber transparent prüfen

Im Standardmodell entstehen Ihnen keine direkten Kosten — der Berater wird vom Kreditgeber vergütet, und die Provision ist im ausgewiesenen Effektivzins enthalten. Wichtig ist Transparenz: Ein seriöser Berater nennt offen, mit wie vielen und welchen Kreditgebern er arbeitet. Mehr dazu unter Kosten eines Baufinanzierungsberaters.

Honorarberatung: maximale Neutralität gegen Honorar

Bei der Honorarberatung nach §34i Abs. 5 GewO zahlen Sie ein direktes Honorar; der Berater erhält keine Provision und ist verpflichtet, ein möglichst breites, produktneutrales Angebot zu prüfen. Das Modell ist in Deutschland selten und lohnt vor allem bei großen oder komplexen Finanzierungen.

Unverbindliche Auskunft. Keine Finanzierungszusage. Beispielrechnungen sind kein verbindliches Angebot — Konditionen abhängig von Bonität, Objekt und Kreditgeber.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Honorar- und Provisionsberatung?

Bei der Provisionsberatung wird der Vermittler vom finanzierenden Kreditinstitut bezahlt — für Sie ist die Beratung kostenfrei. Bei der Honorarberatung zahlen Sie ein direktes Honorar und der Berater erhält keine Provision; er ist verpflichtet, besonders breit und produktneutral zu prüfen.

Ist Provisionsberatung weniger unabhängig?

Nicht zwangsläufig. Ein guter Provisionsvermittler vergleicht mehrere hundert Kreditgeber. Entscheidend ist Transparenz: Mit welchen und wie vielen Kreditgebern arbeitet der Berater, und legt er die Provision offen? Die Provision ist zudem im ausgewiesenen Effektivzins enthalten.

Für wen lohnt sich Honorarberatung?

Vor allem bei sehr großen Darlehen, komplexen Konstellationen oder wenn maximale Produktneutralität gewünscht ist. Das gezahlte Honorar kann sich rechnen, wenn dadurch spürbar günstigere Konditionen erreicht werden. Honorarberatung nach §34i Abs. 5 GewO ist in Deutschland aber selten.